St. Johanneskirche Trebgast

Die Pfarrkirche St. Johannes in Trebgast, Landkreis Kulmbach, ist weithin als Wahrzeichen des Ortes sichtbar. Zusammen mit Pfarrhaus, Beinhaus, Gemeindehaus und den dazugehörigen Stützmauern bildet sie ein imposantes städtebauliches Ensemble.
Gemeindehaus, Beinhaus (Rochuskapelle) und Stützmauern wurden vor einigen Jahren mit erheblichem finanziellen Aufwand saniert. Auch das Äußere der Kirche befindet sich dank verschiedener Sanierungsarbeiten der letzten Jahre in einem guten Zustand.
Im Hinblick auf das 250jährige Jubiläum der Markgrafenkirche im Jahr 2001 galt es, auch die Pracht des Innenraumes mit herrlichen Stuckarbeiten des italienischen Künstlers Francesco Andreioli wieder besser erlebbar zu machen.
Gemeinde und Besucher können sich seither wieder an dem in neuem Glanz erstrahlenden Gotteshaus erfreuen.

Die heutige Kirche steht als dritter Bau an diesem Platz, errichtet von dem Kulmbacher Ratsbaumeister Johann Georg Hoffmann unter Mitarbeit des Maurermeisters Johann Matthäus Gräf von Kulmbach.
Die Auffahrt zur Kirche
Baubeginn war am 6.9.1742. Der Neubau wurde über den Grundmauem der Ende des 15. Jahrhunderts errichteten Vorgängerkirche errichtet, jedoch etwa vier Meter breiter, um Raum zu gewinnen. Das Richtfest für das Langhaus konnte 1743, für den Ostturm 1744 gefeiert werden. Erstaunlicherweise wurde die Kirche erst am 24. August 1751, dem Bartholomäustag, geweiht. Die letzten Innenarbeiten wurden erst 1761 abgeschlossen. Die Baulast hatte allein die Kirchengemeinde zu tragen.

Die Stuckarbeiten an der Decke wurden 1744 dem am Bayreuther Hof tätigen Italiener Jeronimo Francesco Andrioli übertragen. Dessen Vetter Carlo Daldini war Mitarbeiter.
Mit viel figürlichem Schmuck (Musikinstrumente u.a.) und den für das Bayreuther Land typischen Blumengirlanden und  gebinden entstand „eines der größten Kunstwerke dieser Art in der Bayreuther Gegend“ (Prof. Sitzmann).
Das „F“ Monogramm über dem Bogenscheitel weist auf den Markgrafen Friedrich, dessen kunstsinnige Frau Wilhelmine die Schwester Friedrichs des Großen war.
Die Decke blieb geweißelt, weil man zur damaligen Zeit keinen geeigneten Maler fand. Die Ausmalung im Chor erfolgte erst 1761 im Zusammenhang mit der Farbfassung von Orgel, Altar und Emporen (Maler Heinrich Samuel Lohe aus Hof).

Typisch für evangelische Kirchbauten dieser Zeit sind die an den Unterseiten schön stuckierten und an den Schauseiten mit barocker Bauernmalerei gezierten Emporen, die 500 Sitzplätze insgesamt ermöglichen.

Das Orgelgehäuse schnitzte Johann Gabriel Räntz, ein Bayreuther Meister, 1749/1750, in der Mitte das markgräfliche Wappen.
Das ursprüngliche Orgelwerk erbauten die Silbermannschüler Johann Jakob Graichen und Johann Nikolaus Ritter aus Hof.
Das von Gerhard Schmid (Kaufbeuren) 1978 gebaute neue Orgelwerk versucht den barocken Klang wiederzugewinnen.

Der für evangelische Kirchen dieser Zeit typische Kanzelaltar wurde von dem Bayreuther Bildhauer Johann Friedrich Fischer 1756 geliefert. Eine gute Arbeit, etwas konservativ im Turmchor stehend. Die Kanzel nimm nun zusammen mit dem Altar einen zentralen Ort im Kirchenraum ein. Die Verkündigung des biblischen Wortes stellt ja das wichtigste Anliegen der evangelischen Kirche dar.
Überlebensgroße Figuren der Apostel Petrus (mit Schlüsseln) und Paulus (mit dem Schwert des Geistes). Auf dem Schalldeckel der Kanzel das Markgrafenwappen mit reicher Helmzier. Darüber im Strahlenkranz die Himmelfahrt des Auferstandenen mit der Siegesfahne.

Der Taufengel wurde 1772 durch den Bayreuther Bildschnitzer Franz Peter Schuh geschaffen. Ein knieender, lebensgroßer Engel in Holz geschnitzt, mit einer mit Früchten „gefüllten" Muschelschale. Der Engel wird gleichzeitig als Lesepult genutzt. Er ist die Stiftung eines Bauern aus Schlömen.

Der 1993 restaurierte Kronleuchter wurde 1818 aus dem Bayreuther Schloß gekauft (böhmisches Glas).

Vor der Kirche die 1400 erbaute Rochuskapelle (Astkreuz an der Außenwand). Sie diente bis etwa 1700 als Beinhaus und wurde 1726 umgebaut (Obergeschoß). Das Haus wurde 1996/97 gündlich renoviert und birgt heute ein kleines Museum (Steinkanzel von 1617; Taufsteine, Epitaph von 1748; historisches Uhrwerk und vor allem Rochusfresco und florale Malerei um 1500?).

Östlich der Kirche das 1730 erbaute Pfarrhaus mit schönem Portal und dem Markgrafenwappen mit dem Schriftband G F C M Z B (Georg Friedrich Carl Markgraf zu Bayreuth). Im Innern Stuckdecken.

Die große Pfarrscheune (1727) mit doppelt vorkragendem Giebel und das Kantorat (1784) begrenzen den Kirchenensemble im Süden.